Unser Projekt

Gesprächskompetenz und Resilienzstärkung

Ein Projekt des Elternkreis Duisburg e.V.

Referent: Werner Wicher

Seit 2012 besteht unser Projekt ‚Gesprächsführung und Resilienzstärkung‘. Mittlerweile können wir mehrere unterschiedliche Projektphasen beschreiben, die sich aus der Kooperation des Elternkreises mit unserem Referenten entwickelten.

Gefördert wurde und wird das Projekt von der AOK-Rheinland/Hamburg und BKK Novitas.

Zielsetzung

Die Zielsetzung des Projektes liegt insbesondere darin, uns Eltern darin zu stärken

  • unsere eigene Belastung besser zu bewältigen,
  • die Beziehung zu unseren Kindern, in Familie und Partnerschaft positiver zu gestalten
  • und die unterstützende Wirkung des Elternkreises weiter zu entwickeln.

Diesen Zielen dienten ein intensives Gesprächstraining und eine Auseinandersetzung mit den Themen Resilienz und Achtsamkeit.  Ganz aktuell trainieren wir ‚Nein‘ zu sagen – wenn es nötig ist. Wir möchten das Projekt und seine einzelnen Phasen nun kurz vorstellen.

Unser Projekt von 2012 bis 2015                                                        

Grundkurs ‚Motivierende Gesprächsführung‘ (2012 / 2013)

Im Herbst 2012 fanden zwei Wochenendseminare zur Gesprächsführung statt, Anfang 2013 folgte ein Vertiefungstag. Bei diesen Seminaren ging es darum, die Grundlagen der motivierenden Gesprächsführung kennenzulernen und deren Anwendung zu üben.

Wir Teilnehmer/innen erarbeiteten uns die Möglichkeit, unsere Kommunikation in unserem – insbesondere familiären – Umfeld konstruktiver zu gestalten.

Ein weiteres Ziel lag darin, die unterstützende Wirkung des Elternkreises durch den zunehmenden Einsatz der motivierenden Gesprächsführung weiter zu fördern und entwickeln.

Thematische Schwerpunkte der Seminare: Idee und Konzept der motivierenden Gesprächsführung, das reflektierende Zuhören, offene Formulierungen, ‚change talk‘, Umgehen mit Widerstand, Gesprächsfallen und vor allem: zahlreiche praxisnahe Übungen.

Resilienz stärken (2013 / 2014)

Im Herbst 2013 folgte eine Seminarreihe mit den Themen Resilienz und Achtsamkeit. Dazu fanden vorbereitende Abendveranstaltungen und zwei Wochenendseminare statt.

Zielsetzung dieses Projektteils war, uns Eltern darin zu unterstützen, unsere eigene Belastung besser zu bewältigen und dazu – im wahrsten Sinne des Begriffes Selbsthilfe – selbst aktiv zu werden.

Schwerpunkte bildeten hier die Themen Resilienz, Salutogenese, protektive Faktoren, Bedeutung der (Selbsthilfe-) Gruppe. Es wurde ein ‚persönliches Resilienz-Profil‘ für jeden Teilnehmer / jede Teilnehmerin erarbeitet und Veränderungsziele reflektiert.

Anschließend wurden verschiedene Formen von Achtsamkeitsübungen vorgestellt und praktische Erfahrungen damit ermöglicht.  Schließlich erarbeitete sich jede/r von uns ein ‚persönliches Ritual‘.

Beim zweiten Wochenendseminar wurden die Erfahrungen ausgetauscht und z.T. Korrekturen am persönlichen Ritual vorgenommen. Während dieser Arbeit wurde Wert darauf gelegt, die bereits erlernte motivierende Gesprächsführung anzuwenden.

Zum Abschluss des letzten ganztägigen Seminars wurde vereinbart, weiterhin an diesem Thema zu arbeiten. Dazu wurden zusätzliche Methoden eingeführt, z.B. Tagebuch führen, sich eine unterstützende Person suchen u.a. Das Hauptziel lag – und liegt – darin, die von uns selbst gewählten Übungen auch weiterhin im Alltag zu praktizieren.

Vertiefung der motivierenden Gesprächsführung  (2014)

Eine dritte Phase bestand darin, eine Gruppe aus dem Elternkreis intensiver in der Gesprächsführung fortzubilden. Damit waren alle aus unserem Elternkreis angesprochen, die den Grundkurs motivierende Gesprächsführung bereits absolviert hatten – und fast die gesamte Gruppe nahm daran teil.

In dieser Projektphase ging es um die Vertiefung wichtiger Basiskompetenzen der motivierenden Gesprächsführung: reflektierendes Zuhören, change talk erkennen und fördern, mit Widerstand umgehen, Gesprächsfallen meiden. Dazu fanden vier halbtägige Seminare statt.

Nein sagen, wenn es nötig ist:  ‚Standfestigkeitstraining‘ (2015)

Ende 2014 konnten wir auf eine intensive Zeit zurückblicken und fragten uns nicht nur, wie wir das bisher Erarbeitete weiter vertiefen können, sondern auch, was uns nun weiterbringen kann.

Wo Bedarf herrschte wurde schnell deutlich: Es ging um zu rasches Nachgeben, wenn die Kinder etwas fordern, oft Geld (für Drogen?), aber auch um andere Forderungen.  Viele von uns wünschten sich hier mehr Sicherheit, mehr Standfestigkeit, ‚nein‘ zu sagen – und dazu zu stehen. Wir besprachen diesen Bedarf mit unserem Referenten und so entstand ein Projektteil, den wir ‚Standfestigkeitstraining‘ nennen.

Für dieses Training haben wir vier Treffen in diesem Jahr vorgesehen. Es enthält Elemente der konfrontativen Pädagogik, die bereits gelernten Basiskompetenzen der Gesprächsführung behalten aber ebenfalls einen hohen Stellenwert.  Wir führen dazu unter Leitung unseres Referenten Rollenspiele durch, was bedeutet, dass wir alle nach und nach zu unseren jeweiligen Themen arbeiten können.

Erfahrungen und Bewertung des Projektes

Wichtig bei allen Seminaren im Verlaufe des Projektes war, dass wir Teilnehmer/innen selbst im Fokus standen, nicht unsere Kinder oder andere Angehörige. Bisher kann festgehalten werden:

  • Das Training in motivierender Gesprächsführung wirkte sich ausgesprochen positiv auf die Gesprächsatmosphäre und die unterstützende Wirkung des Elternkreises aus. Die Kommunikation in der Gruppe wurde kontinuierlich an den Regeln der motivierenden Gesprächsführung orientiert.
    Wir Teilnehmer/innen arbeiten somit einerseits an unseren eigenen Themen. Andererseits vertiefen wir unsere Fähigkeit, motivationsfördernd zu kommunizieren, was sich wiederum positiv auf den Kontakt zu unseren Angehörigen auswirkt.
  • Im Verlauf des Resilienz-Seminars entwickelten wir alle ein ‚persönliches Ritual‘, das an Achtsamkeit und am persönlichen Resilienz-Profil orientiert ist. Es entstand eine hohe Motivation, dies auch weiter zu verfolgen. Doch die Erfahrung zeigte uns, dass es im Alltag oftmals schwierig ist, regelmäßige Achtsamkeitsübungen beizubehalten. Um hier die Motivation wieder zu erhöhen und regelmäßig daran zu erinnern wurde vereinbart, zu Beginn eines jeden Elternkreis-Treffens eine Achtsamkeitsübung von etwa 10 Minuten einzuführen. Eine erfahrene Teilnehmerin aus unserem Kreis leitet die Übung an.  Mittlerweile ist dies fester Bestandteil unserer Treffen und wir lernen diese Übungen immer mehr zu schätzen.
  • In der jetzt aktuellen Phase beginnen wir, uns intensiver mit unserer jeweiligen Situation und drängenden Fragen auseinanderzusetzen. Dies wäre ohne die sorgfältige Vorarbeit und das entstandene Vertrauensverhältnis in unserer Gruppe so nicht möglich. Auch ‚neue Gesichter‘ im Elternkreis fühlen sich schnell aufgehoben, auch bei unseren ganz normalen Treffen.

Unser Referent

Werner Wicher

Dipl. Sozialwissenschaftler

Klientenzentrierte Gesprächsführung GwG

Psychodrama-Assistent DAGG

Kontakt: wiesp@gmx.de

Die fachliche Gestaltung und Durchführung des Projektes liegt bei Werner Wicher. Er war  über drei Jahrzehnte in der Duisburger Suchtprophylaxe tätig, hat zahlreiche Fachkräfte der Sozialen Arbeit und Pädagogen fortgebildet und Angebote für die Selbsthilfe gestaltet. Bereits seit ca. 2000 bildet die Fortbildung in motivierender Gesprächsführung einen Schwerpunkt seiner Arbeit.

Er ist aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, doch weiterhin als Lehrbeauftragter und als Referent für den Elternkreis Duisburg e.V. und andere Partner aktiv.